Empfehlungen fĂŒr Gemeinden

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Aus einem SNF-Forschungsprojekt hat die FH GraubĂŒnden folgende Empfehlungen fĂŒr die Gemeindekommunikation ausgearbeitet:

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Kommunikativer Umsetzungsspielraum
  • Bei der Information ĂŒber politische Rechte haben die Gemeinden wenig Spielraum. Sie mĂŒssen die freie Willensbildung und unverfĂ€lschte Stimmabgabe (Art. 34 Abs. 2 BV) und die daraus resultierende Wahl- und Abstimmungsfreiheit beachten.
  • Im Bereich der aktiven und passiven Information ĂŒber staatliche TĂ€tigkeiten (v.a. Gemeindemitteilungen) halten sich die Gemeinden an ihren Informationsauftrag. Der Informationsauftrag verlangt, dass die Öffentlichkeit rechtzeitig und umfassend informiert wird. Wir empfehlen die sinngemĂ€sse Anwendung der GrundsĂ€tze der Information und Kommunikation des Leitbilds der Konferenz der Informationsdienste (KID) des Bundes. Dabei ist insbesondere wichtig, dass die Mitteilungen als Äusserungen der Gemeinde erkennbar sind (sog. «Transparenzgebot»).
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Verantwortlichkeit und Konzept
  • Die Gemeinden bĂŒndeln und professionalisieren ihre Kommunikationsressourcen – sinnvollerweise mit einer spezifisch ausgebildeten Person als Kommunikationsverantwortlicher.
  • Die Gemeinden erstellen ein Kommunikationskonzept als Teil der Gesamtstrategie und ĂŒberarbeiten dieses regelmĂ€ssig. Inhaltlich nehmen sie dabei insbesondere auch Stellung zum Einsatz von Social Media.
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Webseite und Social Media
  • Die kommunale Webseite ist das zentrale und umfassende Instrument der Gemeindekommunikation und deshalb auch fĂŒr die Publikation von amtlichen Mitteilungen geeignet.
  • Der Einsatz von Social Media sollte strategisch geplant werden, da der Aufwand nicht zu unterschĂ€tzen ist. Unter UmstĂ€nden ist ein Verzicht konsequenter (insb. kleinere und mittlere Gemeinden). Es empfiehlt sich, ein Monitoring (Person fĂŒr Moderation und Etikettenwahrung) durchzufĂŒhren.
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Kommunikationsinstrumente
  • Es ist darauf zu achten, Gemeindekommunikation nicht mit journalistischer Arbeit zu vermischen. Dies gilt besonders fĂŒr die inzwischen weit verbreitete Gemeindezeitung. Kernaufgabe eines qualitativ hochstehenden (Lokal-)Journalismus ist die kritische Berichterstattung zu politischen Geschehnissen und Entscheidungen von lokalen Akteur/innen. FĂŒr den Journalismus gelten die Richtlinien des Schweizerischen Presserates. Die Gemeindezeitung ersetzt die (unabhĂ€ngige) Lokalzeitung nicht, welche die Themen journalistisch aufarbeitet.
  • Viele Gemeinden haben ein unabhĂ€ngiges lokaljournalistisches Medium als Amtsanzeiger definiert und ermöglichen dadurch die VerknĂŒpfung der amtlichen Anzeigen mit journalistischen Inhalten. Dies erhöht die Beachtung der amtlichen Mitteilungen. Wir empfehlen, auch beim Wechsel auf eine digitale Version eine Kombination mit unabhĂ€ngigen journalistischen Inhalten unter Beachtung des Transparenzgebotes zuzulassen.
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Zusammenarbeit mit Medien
  • Wir empfehlen den Gemeinden eine schnelle Reaktion auf Medienanfragen. Dabei sollte die gemeindeinterne Ansprechperson vorgĂ€ngig definiert sein und nicht Ă€ndern. Den Medien empfehlen wir, ebenfalls fixe Ansprechpersonen zu definieren, welche wenn immer möglich ĂŒber mehrjĂ€hrige journalistische Praxis verfĂŒgen. So kann ein Beziehungsnetz zu den Vertreter/innen der Gemeinde aufgebaut werden.
  • Verschiedene Gemeinden unterstĂŒtzen den Lokaljournalismus finanziell. Dies hilft, qualitativ hochwertigen Lokaljournalismus am Leben zu erhalten. Je nach Ausgestaltung geht dies zu Lasten der UnabhĂ€ngigkeit des Lokalmediums.
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